Trömel'sches

Diese Seite versteht sich als kleines Sammelsurium zu allen möglichen und unmöglichen Dingen, Orten und Informationen rund um den Namen Trömel.

Dokumente, Bücher und Antiquitäten

In meinem Privatbesitz befinden sich alte Dokumente und Antiquitäten, die alle in Zusammenhang mit dem Namen Trömel stehen. Auch diese sollen hier gezeigt werden, auch wenn ich mit diesen Trömels - zumindest nach meinem aktuellen Wissensstand - nicht verwandt bin.

Am Trömel in Schleiz

In Schleiz (Thüringen) gibt es tatsächlich eine Straße, die "Am Trömel" heißt. Die Straße ist nur wenige Meter lang und hat lediglich fünf Hausnummern. Auf meine anfrage bei der Gemeindeverwaltung Schleiz, woher der Straßenname stammen könnte, wurde mir gesagt, dass sich an dieser Stelle früher ein Nutzwald befunden habe. Sehr wahrscheinlich kommt der Name von dem Begriff "Dremel". So wurden früher grob gesägte Holzbalken genannt, die aus Baumstämmen gefertigt wurden. Das macht Sinn, denn auch der Familienname Trömel hat sehr wahrscheinlich den gleichen Ursprung.

Das Kaffeehaus Trömel in Plauen

Das Kaffeehaus Trömel auf einer Ansichtskarte von 1918
Das Kaffeehaus Trömel auf einer Ansichtskarte von 1918
Die Kaffeegroßrösterei von Otto Trömel, Emil Trömel's Sohn, in Glauchau
Die Kaffeegroßrösterei von Otto Trömel, Emil Trömel's Sohn, in Glauchau

Café Restaurant Trömel e.K.
Klostermarkt 11
08523 Plauen
Telefon: +49 (0)3741 224477
Telefax: +49 (0)3741 276877

Öffnungszeiten:
Montag-Samstag ab 8:30 Uhr
Sonntag ab 9:30 Uhr

Am 5. Februar 1880 eröffnete Emil Trömel gemeinsam mit seiner Frau Marie Minna und seiner Schwester Hedwig in einem gemieteten Laden an der Syrastraße 2 eine kleine Konditorei mit Kaffeeausschank. Der Kundenkreis vergrößerte sich enorm schnell. 1883 konnte sich Julius Emil Trömel ein eigenes Haus an der Bahnhofstraße (Postplatz 9/10) kaufen und entging auf diese Art einigen Schwierigkeiten mit seinem Vermieter. Es entstand das berühmte Café Trömel am Postplatz.

Ständig wurde erweitert und ausgebaut, da der Kaffeehausverkehr eine ungeahnte Ausdehnung gewonnen hatte. Die Einwohnerzahl Plauens stieg von Jahr zu Jahr und der Gästeansturm nahm erheblich zu. 100 Personen fanden im Cafe Trömel, dem beliebtesten Treffpunkts Plauens, eine Beschäftigung. Angesichts der ständig steigenden Gästezahl machte sich 1892 der Anbau der Terrassen notwendig. Diesem folgte kurze Zeit später der Billiardsaalbau und die Einrichtung eines Gesellschaftszimmers. Um sich eine Ausbreitungsmöglichkeit zu sichern, kaufte Julius Emil Trömel im Januar 1896 die der Lohmühlenanlage gegenüber liegenden drei Gärten im Zusammenhang mit dem Grundstück an der Syrastraße. Im Sommer 1903 erfolgte der erste Spatenstich für den mit ca. 500.000 Mark veranschlagten Neubau. 1904 wurde die untere Veranda eröffnet, am 12. Juli wurde das innere Lokal fertig, am 13. August der Billardsaal mit acht Billiards und am 10. Juni 1905 der Garten mit seinen geräumigen Veranden und zwei Kegelbahnen im Kellergeschoss. Das danebenliegende alte Haus, welches bald den Ansprüchen nicht mehr genügte, wurde im Frühjahr 1910 abgerissen und an seiner Stelle ein der Neuzeit entsprechender Neubau errichtet.

Doch der Erste Weltkrieg brachte viele Einschränkungen. Emil Trömels Söhne lernten die Grauen des Krieges in vollem Umfang kennen. Die folgenden Jahre brachten Höhen und Tiefen, so 1923 die Inflation und kurz vor dem 50-jährigen Bestehen starb Emils Frau. Emil selbst starb 1930 im Alter von 76 Jahren. Seine Söhne führten das Geschäft weiter. Im Sommer 1936 erfolgte eine Erneuerung des seit 1904 unverändert bestehenden Cafes im Erdgeschoss. Kleine räumliche Veränderungen und die Ausstattung mit Holzvertäfelung, Säulen aus kaukasischem Nussbaum und sowie ein neuartiger Fußboden, gaben dem ganzen Raum ein vornehmes Gepräge. 7.000 Gäste wurden an einem Tag gezählt. Allein der Garten hatte 2.000, der Billardsaal 650 und das Lokal 450 Plätze.

Der Zweite Weltkrieg machte auch bei Trömels nicht halt. Sohn Rudolf starb im April und Sohn Hans im Juni 1944. Im Bombenhagel vom April 1945 fiel das Kaffeehaus in Schutt und Asche. Trotz schwieriger Lage begann die Familie den Neuaufbau. 1950 feierte man 70-jähriges Firmenjubiläum. Eine erhoffte Besserung der Geschäftslage blieb aus, und so stimmte der gesundheitlich geschwächte Otto Trömel einem Verkaufsangebot an die HO zu, was freilich nichts weiter war als eine "etwas freundliche Art der Enteignung". Am 31. August 1950 endete die wechselvolle Geschichte des Kaffeehauses Trömel. Zur Erinnerung an das Kaffeehaus Trömel eröffnete der Konditor- und Bäckermeister Bernd Ebert das Nostalgiecafe Trömel 1990 im Klostermakttreff. Nach dem Umzug des Nostalgiecafes in den Klostermarkt 11 übernahm im Jahre 2005 Eberts Tochter K. Feitisch das Cafe. Noch heute sind viele erhaltene Gegenstände aus dem Kaffeehaus Trömel zu bewundern.

Paul Friedrich Trömel, Teilhaber bei F. A. Brockhaus Sortiment & Antiquarium

Paul Friedrich Trömel, Teilhaber bei F. A. Brockhaus Sortiment & Antiquarium
Paul Friedrich Trömel, Teilhaber bei F. A. Brockhaus Sortiment & Antiquarium

Im Dezember 1861 wurde Paul Trömel (1832–1863) zum Leiter der Sortiments- und Antiquariatsabteilung von Brockhaus befördert. Er erwarb sich als Bibliograph einen bleibenden Ruf (Schiller-Bibliothek, 1865 postum, 1924 nachgedruckt; Americana-Katalog, 1861), konnte jedoch ab Mai 1862 nur kurze Zeit als Teilhaber von F. A. Brockhaus wirken. Er verstarb viel zu früh nach längerer Krankheit.

Sein Freund und Wegbegleiter Julius Petzold verfasste ihm zu Ehren eine Gedächtnisschrift, welche in 30 nummerierten Exemplaren gedruckt wurde. Vor Kurzem hatte ich das riesengroße Glück, eines dieser seltenen Hefte erwerbenzu können.

Gedächtnisschrift zum Tod von Paul Friedrich Trömel Die Gedächtnisschrift zum Tod von Paul Friedrich Trömel kann hier im PDF-Format heruntergeladen werden.

Otto Paul Trömel, Bürgermeister von Usedom und Fremdenlegionär

Otto Paul Trömel als Fremdenlegionär in Algerien (Mai 1913)
Otto Paul Trömel als Fremdenlegionär in Algerien (Mai 1913)
Roman von Otto Paul Trömel über sein Leben in der Fremdenlegion
Roman von Otto Paul Trömel über sein Leben in der Fremdenlegion

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts macht der Usedomer Bürgermeister Paul Trömel europaweit von sich reden. Er verschwand spurlos im Februar 1911, wurde dann in Paris erkannt und gab an, nicht zu wissen, wie er dorthin gelangt sei. Man unterzog ihn einer psychiatrischen Untersuchung und kam zu dem Schluss, dass Trömel ein "psychisches Doppelleben" führe und unter "krankhaftem Wandertrieb" litt. In einem Disziplinarverfahren sprach man ihn deswegen frei, und er trat sein Bürgermeisteramt wieder an und übte es zu aller Zufriedenheit aus. Im März 1913 verschwand er unmittelbar im Anschluss an eine Kreistagssitzung nochmals und tauchte einige Wochen darauf in Algier als Mitglied der französischen Fremdenlegion auf, was ein enormes Presseecho auslöste und zu abenteuerlichen Mutmaßungen Anlass gab. Auf der Reise hatte er einen neuen Namen angenommen: die Presse sprach u. a. von "Tunzel", "Funze", "Tunke" oder "Tunge"; in den Dokumenten der Legion hieß er "Tunzé". Dem Vernehmen nach hatte er sich bei der Einschiffung "Kunze" genannt und war dann missverstanden worden. Im Spätsommer 1913 schrieb er an seine Frau, er sei "legionsmüde", und kehrte anschließend nach Deutschland zurück, nachdem er von den französischen Militärbehörden offiziell wegen einer "Hörschwäche" ausgemustert worden war. Im Jahr 1914 erschien ein autobiographischer Kurzroman unter seinem Namen, in dem er seine Erlebnisse schildert; danach verlieren sich seine Spuren. (Quelle: Volker Mergenthaler: Völkerschau, Kannibalismus, Fremdenlegion: Zur Ästhetik der Transgression (1897–1936). Niemeyer, Tübingen 2005, ISBN 3-484-15109-9, S. 164–175.).

Ein Exemplar seines autobiografischen Romans konnte ich vor einiger Zeit erwerben. Sobald es meine Zeit erlaubt, werde ich das Buch digitalisieren und hier zur Verfügung stellen.

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